Hexenzauber ist umsonst

Kein Honorar für eine "objektiv unmögliche" Leistung

onlineurteile.de - Der Ausgangspunkt dieses bizarren Rechtsstreits war ziemlich alltäglich: Ein Mann verließ seine Lebensgefährtin. Ihr Versuch, die verlorene Liebe zurückzuerobern, war allerdings ziemlich ausgefallen. Die Frau wandte sich an eine Hexe und bekam - gegen eine geringe Gebühr von 1.000 Euro - Tipps für einen Liebeszauber. Monatelang führte sie, immer vor Vollmond, das empfohlene Ritual durch.

Eigenartigerweise blieb der Zauber ohne Wirkung, deshalb forderte die Kundin enttäuscht ihr Geld zurück. Nix da, entgegnete die geschäftstüchtige Hexe. Erfolg habe sie nie versprochen. Das Ritual sei grundsätzlich geeignet, Paare wieder zusammenzuführen, aber es klappe eben nicht immer. Ihre Kundin klagte das Honorar ein.

Das Amtsgericht München machte dem Spuk ein Ende und verurteilte die Hexe zur Rückzahlung (4 C 428/05). Ob sie eine Erfolgsgarantie abgegeben habe oder nicht, spiele keine Rolle. Denn die Vereinbarung zwischen ihr und der Kundin habe eine objektiv unmögliche Leistung zum Inhalt: ein Liebesritual, das einen Menschen aus der Ferne beeinflussen solle. Da die "Zauberin" die vereinbarte Leistung nicht erbringen könne, sei auch die Kundin nicht verpflichtet, das vereinbarte Honorar zu zahlen.

Auch beim Landgericht München verfing der Zauber nicht: Die Berufung der Hexe blieb erfolglos (30 S 10495/06).