Hörschaden durch Fronleichnamsprozession

Kirchengemeinde soll für Salutschüsse haften

onlineurteile.de - In Süddeutschland geht es bei Fronleichnamsprozessionen natürlich um Höheres und manchmal auch hoch her. So auch in diesem Fall: Eine Bürgermiliz begleitete die feierliche Prozession und gab nach den Gebeten Salutschüsse ab. Dadurch erlitt einer der Teilnehmer ein Knalltrauma. Von der Kirchengemeinde als Veranstalterin der Prozession verlangte der Mann Schmerzensgeld für den Hörschaden.

Darauf hat der Gläubige keinen Anspruch, entschied das Amtsgericht Überlingen (6 C 129/04). Da er sich ohne Weiteres selbst hätte schützen können (und müssen), hafte die Veranstalterin nicht für den Schaden. Der Hauptmann der Bürgermiliz habe jeden Salutschuss durch ein lautes Kommando ("Feuern!") angekündigt. Erst etwa zehn Sekunden später hätten seine Männer die Schüsse abgefeuert. Alle Teilnehmer der Prozession konnten sich also rechtzeitig die Ohren zuhalten. Salutschüsse bei Prozessionen seien hier zu Lande üblich, ihre Lautstärke allgemein bekannt. Empfindliche Gläubige müssten sich daher entfernen oder die Ohren zuhalten.