Hunde erschrecken Pferd, Pferd wirft Reiter ab

Welcher Tierhalter haftet für den Unfallschaden?

onlineurteile.de - Auf dem Hof einer Pferdepension wartete Reiter R. auf seine Bekannte W. Während er schon auf dem Pferd saß, befestigte sie noch ihren Sattel. In der Zwischenzeit holte die Frau des Pensionsbesitzers ihre drei Hunde aus dem Zwinger, um sie beim Ausritt mitzunehmen. Die Hunde liefen schnell aus dem Hof hinaus, kehrten dann um und preschten wieder hinein. Das Pferd von R. erschrak, bockte und warf den Reiter ab.

Vom Inhaber der Pferdepension und seiner Frau forderte der verletzte Reiter 12.500 Euro Schmerzensgeld und Ersatz für Verdienstausfall (65.392 Euro). Doch den Prozess beim Oberlandesgericht Saarbrücken verlor er (8 U 283/04). Dass die Hunde den Sturz auslösten, sei nicht eindeutig bewiesen, fanden die Richter. Sein Pferd sei den Umgang mit Hunden gewohnt. Und: Hätte das Pferd nur wegen der Hunde so reagiert, warum dann nicht schon beim Herauslaufen? Seine Bekannte habe den Vorfall nicht aufklären können, weil sie mit ihrem eigenen Pferd beschäftigt gewesen sei.

Doch es stehe fest, dass R. schon am Vortag mit seinem Pferd große Probleme hatte und ohne besonderen Grund abgeworfen worden sei. Wie eine Furie, "total nervös wie eine tickende Zeitbombe" sei das Tier durch die Gegend gelaufen, habe dauernd gescheut und gebockt, so habe seine Bekannte den Tag geschildert. Angesichts dieser Vorgeschichte müsse man davon ausgehen, dass eher die besondere Schreckhaftigkeit und Nervosität seines Pferdes den Sturz verursachte als das Hunderudel. R. selbst habe ausgesagt, sein "Pferd habe einfach gestört, dass etwas um die Ecke gekommen sei". Vermutlich hätte es also auf alles schreckhaft reagiert, was an diesem Tag plötzlich um die Ecke gekommen wäre. Für den Unfall hafte daher nicht der Hundehalter, R. müsse den Schaden selbst tragen.