Im Bett geraucht und eingeschlafen

Versicherung reguliert den Brandschaden und fordert Schadenersatz von der Raucherin

onlineurteile.de - Frau X legte sich mit einer brennenden Zigarette ins Bett und schlief ein. Von Kokelgeruch wachte sie wieder auf und bemerkte, dass die Matratze schmorte. Da holte die Raucherin eine Flasche Cola und versuchte, damit den Schmorbrand zu löschen. Als sie den Eindruck hatte, das sei gelungen, legte sie die Matratze in die Badewanne und ging wieder schlafen. Doch die Matratze schmorte weiter und löste schließlich im Wohnhaus einen Brand aus, der erheblichen Sachschaden verursachte.

Der geschiedene Ehemann von Frau X hatte für das (früher gemeinsam, jetzt allein von der Ehefrau bewohnte) Wohnhaus eine Hausratversicherung abgeschlossen. Das Versicherungsunternehmen regulierte den Brandschaden — und forderte von Frau X Schadenersatz in gleicher Höhe ("Regress"), weil sie den Schaden grob fahrlässig verursacht habe. Diesen Vorwurf fand die Raucherin völlig abwegig: Sie habe doch versucht, den Brand zu löschen ...

Das Oberlandesgericht Bremen gab der Versicherung Recht (3 U 53/11). Wenn sich jemand rauchend ins Bett lege, um zu schlafen, müsse er/sie damit rechnen, mit brennender Zigarette einzuschlafen. Wer so leichtsinnig handle, nehme einen Brand bewusst in Kauf. Diesen Vorwurf könne Frau X nicht dadurch entkräften, dass sie einen Löschversuch mit Cola unternommen und den Brandherd ins Badezimmer geschleppt habe.

Die brennende Zigarette im Bett sei die Ursache des Brandes. Dieser Zusammenhang werde durch untaugliche Versuche, den Fehler rückgängig zu machen, nicht aufgehoben. Frau X habe sich nicht einmal richtig vergewissert, ob das Übergießen mit Cola den Brand tatsächlich gelöscht habe. Sie müsse für den Brandschaden in der geforderten Höhe einstehen: Der Hausratversicherer habe alle beschädigten oder zerstörten Gegenstände, die er ersetzte, korrekt mit Neuwert und Versicherungswert angegeben.