Im Flieger mit heißem Kaffee verbrüht

Fluggesellschaft muss deutscher Urlauberin Schmerzensgeld zahlen

onlineurteile.de - Bei einer ägyptischen Fluggesellschaft hatte eine deutsche Rentnerin Hin- und Rückflug (von Frankfurt aus) nach Hurghada in Ägypten gebucht, wo sie ihren Urlaub verbringen wollte. Doch schon auf der Anreise wurde ihr die Urlaubsfreude gründlich verdorben. Beim Austeilen von Kaffee hielt die Flugbegleiterin das Tablett so schräg, dass eine Tasse mit dem heißen Getränk herunterrutschte. Es verbrühte den Fluggast an Bauch und Oberschenkel. Die Frau musste sich nach der Ankunft wegen Verbrennungen zweiten Grades sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Sie verklagte die Fluggesellschaft auf Ersatz der Behandlungskosten, Schmerzensgeld und Erstattung des Reisepreises. Beim Landgericht Frankfurt erreichte die Rentnerin zumindest einen Teilerfolg (2-01 S 182/01). Die Bestimmungen des Warschauer Abkommens zur Luftbeförderung seien hier nicht einschlägig, so die Richter, weil es sich nicht um einen flugtypischen Unfall handle. Also sei das ägyptische Zivilgesetzbuch heranzuziehen.

Die Flugbegleiterin habe das Tablett schief gehalten und so den Fluggast unnötig in Gefahr gebracht. Bei gehöriger Aufmerksamkeit und Sorgfalt wäre der Unfall zu vermeiden gewesen. Daher liege auch nach ägyptischem Recht eine unerlaubte Handlung vor, die der Fluggesellschaft als Arbeitgeberin zuzurechnen sei. Da die Verletzung narbenlos verheilte, sei ein Schmerzensgeld von 1.000 Euro angemessen. Darüber hinaus stehe der Rentnerin Ersatz für die Arztkosten und 500 Euro Entschädigung zu, weil sie wegen der Verbrennungen ihren Badeurlaub nicht genießen konnte.