Im Halteverbot geparkt

Stößt ein Auto nachts gegen einen verbotswidrig abgestellten Wagen, kann den Parksünder Mitverschulden treffen

onlineurteile.de - Nächtliche Karambolage im Halteverbot: In einem Frankfurter Wohngebiet hatte Autofahrer A abends seinen Wagen direkt hinter einer Verkehrsinsel am rechten Straßenrand abgestellt. Hier galt Halteverbot, weil die Verkehrsinsel die Straße stark verengte. Trotzdem parkten hier bereits mehrere Autos hintereinander.

In der Nacht stieß Autofahrer B mit seinem Fahrzeug ungebremst gegen den Wagen von A. Der Aufprall an der hinteren linken Ecke war so stark, dass der Wagen gegen das vordere Fahrzeug geschoben wurde, das wiederum am nächsten geparkten Auto landete. Für die Reparaturkosten forderte Autobesitzer A Schadenersatz von B bzw. von dessen Kfz-Haftpflichtversicherung.

Normalerweise stehe dem Halter eines beschädigten, verbotswidrig abgestellten Wagens voller Schadenersatz zu, erklärte das Oberlandesgericht Frankfurt (16 U 212/17). Zumindest bei Tageslicht könnten Autofahrer parkende Fahrzeuge rechtzeitig wahrnehmen und einen Zusammenstoß leicht verhindern. Im konkreten Fall könne A jedoch auf Grund der besonderen Umstände nur 75 Prozent des Schadens ersetzt verlangen.

Wie Autobesitzer A seinen Wagen geparkt habe, forderte einen Unfall geradezu heraus. Man habe ihn nicht nur wegen der Dunkelheit schlecht erkennen können. A habe den Wagen direkt nach der Verkehrsinsel in dem besonders gefährdeten Bereich abgestellt, wo die Insel die Fahrbahn verenge. Dass Autofahrer beim Vorbeifahren an der Verkehrsinsel die dahinter geparkten Fahrzeuge zu spät sehen würden, damit habe A rechnen müssen.