Im Kino über Stufe gestürzt

Haftet der Kinobetreiber für unzulängliche Beleuchtung?

onlineurteile.de - Eine Frau ging ins Kino. Kaum war der Vorspann vorbei, musste sie dringend auf die Toilette. Um nicht allzuviel zu verpassen, lief die Kinobesucherin eilig zum Notausgang. Sie stolperte über eine acht Zentimeter hohe, unbeleuchtete Stufe und brach sich beim Sturz das Fersenbein. Die Verletzte forderte Schmerzensgeld vom Kinobetreiber, weil er nicht für eine funktionierende Treppenbeleuchtung gesorgt habe. Doch der verwies auf die übliche Routinekontrolle, die sein Personal vor der ersten Vorstellung am Nachmittag durchgeführt habe. Da sei keine Lampe kaputt gewesen.

Mehr Kontrolle könnten Kinobesucher nicht erwarten, fand das Oberlandesgericht Bamberg, und wies die Klage der Kinobesucherin ab (6 U 26/04). Die Sicherungsbeleuchtung falle sehr selten aus. Sie rund um die Uhr zu kontrollieren, wäre daher ein unzumutbarer Aufwand für den Kinobetreiber. Und so häufig komme es ja auch nicht vor, dass Kinogänger während des Films den Vorführraum verließen. Wenn das notwendig werde, müssten sich die Besucher eben langsam zum beleuchteten Notausgang vortasten.