"In der Wohnung kann ich machen, was ich will"

Mieterin vertritt offensiv ihr Recht auf Rücksichtslosigkeit: fristlose Kündigung

onlineurteile.de - Die allein stehende Mutter und ihre minderjährige Tochter gingen der Hausgemeinschaft in penetranter Weise auf die Nerven. Laute Musik und Geschrei nach 22 Uhr waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Mitbewohner wussten sich wiederholt nicht anders zu helfen — sie riefen die Polizei wegen der Ruhestörungen zu Hilfe.

Das Erscheinen der Beamten beeindruckte die Frau keineswegs. Das müsse sie nicht interessieren, erklärte die Mieterin, in der Wohnung könne sie machen, was sie wolle. "Ich muss mir von keinem Vorschriften machen lassen. Ich zahle schließlich Miete." Schon in früheren Mietverhältnissen war sie durch rücksichtsloses Verhalten aufgefallen und vor die Tür gesetzt worden.

Als ihr der Vermieter nach erfolgloser Abmahnung kündigte, legte die Mieterin Widerspruch ein: Sie sei das Opfer einer schikanösen Intrige, weil sie den im Haus wohnenden Schwiegereltern des Vermieters nicht passe, vermutete die Frau. Damit kam sie allerdings beim Amtsgericht Siegburg nicht durch (123 C 109/12).

Die Kündigung des Mietvertrags sei wirksam, urteilte das Amtsgericht. Selbst gegenüber den Polizeibeamten habe die Mieterin uneinsichtig reagiert und offensiv auf ihrem vermeintlichen Recht bestanden, im Mietshaus auf niemanden Rücksicht zu nehmen. Damit stehe eindeutig fest, dass weitere Ruhestörungen zu erwarten seien.

Beim letzten erfolglosen Polizeieinsatz habe die Frau am Ende sogar einen Mitmieter attackiert. Wenn ein Mieter den Hausfrieden so hartnäckig und nachhaltig störe, habe der Vermieter jedes Recht, das Mietverhältnis sofort zu beenden.