Internet-Autoverkauf: Streit um fehlende Standheizung

Erst muss der Käufer Nachrüstung verlangen - kein Anspruch auf Schadenersatz

onlineurteile.de - Zwei Geschäftsführer einer GmbH betreiben zusammen ein Autohaus und ein Kfz-Sachverständigenbüro. Ihre Mitarbeiterin bot in einer Internet-Restwertbörse einen beschädigten Skoda zum Verkauf und stellte einige Fotos ins Internet. Auf einem der Fotos war eine Standheizung zu erkennen. In der Beschreibung des Wagens wurde die Zusatzausstattung allerdings nicht erwähnt.

Die Chefs des Autohauses wollten die Standheizung auch gar nicht verkaufen: Sie wurde ausgebaut. Für den Skoda bot ein gewerblicher Restwertaufkäufer 5.120 Euro, das Geschäft kam zustande. Kaum war der Wagen abgeholt, beschwerte sich der Käufer darüber, dass die Standheizung fehlte. Er verklagte das Autohaus auf Schadenersatz für Kauf und Einbau einer gebrauchten Standheizung.

Darauf hat der Restwertaufkäufer keinen Anspruch, urteilte der Bundesgerichtshof (VIII ZR 346/09). Das gelte selbst dann, wenn man seiner Argumentation folgte, dass nicht die Beschreibung des Fahrzeugs im Internetangebot verbindlich sei, sondern das Foto mit der Standheizung. Demnach würde die Standheizung zur Ausstattung gehören und ihr Fehlen wäre als Mangel der Kaufsache anzusehen.

In diesem Fall hätte der Käufer aber erst einmal vom Verkäufer Nachbesserung fordern müssen, d.h. den Wiedereinbau der im Internet abgebildeten Standheizung oder den Einbau einer anderen, gleichwertigen Standheizung. Finanzielle Entschädigung stehe einem Käufer erst zu, wenn er vom Verkäufer erfolglos verlangt habe, den Mangel zu beheben.