Internet-Reiseportal vermittelt Flüge ...

… einer Airline, die das in ihren Geschäftsbedingungen ausdrücklich verbietet

onlineurteile.de - Die irische Fluggesellschaft lässt auf ihrer Website keinen Zweifel daran, dass sie ihre Flüge ausschließlich selbst vermarktet: über ihre Buchungswebsite und ein eigenes Call-Center. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verbot das Unternehmen jede Art von Vermittlung: Bei Online-Buchungen mussten Kunden diese AGB akzeptieren.

Das war dem Betreiber eines niederländischen Internet-Reiseportals — das Kunden über die günstigste Flugverbindung zum gewünschten Ziel informiert und Flüge vermittelt — offenkundig "schnuppe". Der Reisevermittler bot auch Flüge der irischen Airline an und besorgte sich die nötigen Flugdaten auf deren Flugdatenbank. Kam eine Buchung zustande, zahlte der Kunde den Flugpreis, den der Vermittler an die Fluggesellschaft weiterleitete, plus "Reservierungsgebühr" für das Reiseportal.

Die kommerzielle Flugvermittlung gegen ihren Willen ließ sich die Fluggesellschaft nicht bieten und zog vor Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg erklärte die Praxis des Reisevermittlers für wettbewerbswidrig (5 U 38/10). Die Airline lege Wert auf ihr exklusives Vertriebsmodell, stellte das OLG fest, um die Kunden nicht mit Provisionen und Vermittlungsgebühren für Dritte zu belasten. So wolle sie die Endpreise möglichst niedrig halten und im Wettbewerb bestehen.

Das Vorgehen des Internet-Reiseportals verletze dieses berechtigte Interesse. Der Reisevermittler umgehe in unlauterer Weise die Vertriebswege der Fluggesellschaft und behindere so deren Geschäftsmodell. Er gestalte zudem die Kosten so intransparent, dass Kunden meist gar nicht bemerkten, dass der Vermittler eine Zusatzgebühr erhebe und nicht die Airline.

Um seinen Umsatz zu steigern, greife der Reisevermittler auf die Buchungswebsite der Airline zu. Diese habe ihre Website technisch so gestaltet, dass Flüge nur buchen könne, wer sich mit den AGB einverstanden erkläre. Also akzeptiere der Reisevermittler bei jeder Buchung erst mit den AGB das Vermittlungsverbot, um es dann zu missachten. Das beeinträchtige das Geschäft der Fluggesellschaft und müsse künftig unterbleiben. (Das OLG hat gegen das Urteil die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.)