Ist ein Balkon nicht beheizbar ...

... bleibt er bei der Verteilung der Heizkosten nach Wohnfläche "außen vor"

onlineurteile.de - Auf Grund ständig steigender Energiepreise dürften Rechtsstreitigkeiten um die Nebenkosten wohl weiter zunehmen. Gemäß der Heizkostenverordnung sind die Warmwasser- und Heizungskosten nach Verbrauch zu verteilen. Werden sie nach Wohnfläche umgelegt, müssen Freiflächen laut einem Urteil des Kammergerichts in Berlin bei der Abrechnung "außen vor bleiben" (8 U 125/05).

Ein "balkonloser" Berliner Mieter hatte sich darüber geärgert, dass der Vermieter die Heizkosten nach Wohnfläche umlegte und dabei außer acht ließ, welche Wohnungen mit Balkon ausgestattet waren und welche nicht. Er weigerte sich deshalb, die Nebenkosten in voller Höhe zu übernehmen. Das Kammergericht entschied den Streit zu seinen Gunsten.

Wenn in einem Mietshaus die Balkone verschieden groß seien oder nur einige Wohnungen über Balkon verfügten, dann müsse der Vermieter die Heizkosten nach der tatsächlich beheizbaren Fläche verteilen, so das Kammergericht. Freiflächen wie Dachgärten, Terrassen oder Loggien würden im Winter gleichfalls nicht beheizt und dürften deshalb bei der Umlage auch keine Rolle spielen. (Ausnahme: Wenn die Freiflächen in allen Wohnungen gleich groß seien, könne man sie zur Wohnfläche zählen, weil es sich dann nicht auswirke.)