Jäger erschießt aus Versehen einen Hund

Entzug des Jagdscheins durch die Jagdbehörde ist rechtens

onlineurteile.de - Seit fünf Jahren hatte der Mann den Jagdschein und ging begeistert auf die Pirsch. Dann wurde ihm ein Streifzug in der Abenddämmerung zum Verhängnis. Auf einem Wiesengelände bewegte sich ein Tier, das der Jäger für ein Wildschwein hielt. Er schoss - und tötete den Hund eines Landwirts. Die Bäuerin arbeitete gerade im Maisfeld neben der Wiese, als das Tier sein Leben aushauchte, und musste das Unglück mitansehen.

Die Jagdbehörde entzog dem Jäger den Jagdschein für (mindestens) drei Jahre. Er klagte gegen diese Entscheidung, die er für übertrieben hielt: In fortgeschrittener Dämmerung sei ein dunkler Hund leicht mit einem Wildschwein zu verwechseln. Außerdem habe er auf der Wiese Saufährten gesehen.

Mit dieser Argumentation konnte der Jäger das Verwaltungsgericht Neustadt jedoch nicht überzeugen (4 K 758/06.NW). Zu Recht habe die Behörde den Jagdschein eingezogen, so die Richter. Es gehöre zu den grundlegenden Pflichten eines Jägers, vor einem Schuss das Tier eindeutig zu identifizieren. Alles andere sei unverantwortlich. Es bestünden daher berechtigte Zweifel daran, dass er bei der Jagd seine Waffen mit der erforderlichen Vorsicht einsetze.