Jagdgegner will Hochsitz auf seinem Grundstück loswerden

Grundstückseigentümer darf den Jägern die Jagd nicht vermiesen

onlineurteile.de - Veganer nennen sich Personen, die es noch radikaler als Vegetarier - die kein Fleisch essen - ablehnen, Tiere als Lebensmittel zu benutzen. Sie nehmen auch keine Eier, Milch oder andere tierische Produkte zu sich. Ein Ehepaar, das nach diesen Grundsätzen lebte, besaß ein Waldgrundstück. Das Grundstück war Teil eines Jagdbezirks, die Eigentümer somit unfreiwillig Mitglieder einer Jagdgenossenschaft.

Da Veganer die Jagd auf Tiere für moralisch verwerflich halten, war dem Ehepaar insbesondere der vom Jagdpächter ohne ihre Zustimmung gebaute Hochsitz ein Dorn im Auge. Vergeblich zogen die Eigentümer vor Gericht, um den Hochsitz beseitigen zu lassen. Die Zwangsmitglied in der Jagdgenossenschaft sei zulässig, erklärte der Bundesgerichtshof (III ZR 10/05). Deshalb müssten sie die Aktivitäten des Jagdpächters dulden.

Die Zwangsmitgliedschaft verstoße weder gegen die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes, noch gegen die Gewissensfreiheit. Denn: Der Grundstückseigentümer und Jagdgegner werde dadurch nicht gezwungen, gegen sein Gewissen die Jagd aktiv zu fördern. Er müsse sie lediglich passiv hinnehmen.

Um Hege und Jagd richtig auszuüben, Wildbestand und Landschaft gleichermaßen zu pflegen, benötige man große Jagdbezirke. Deshalb würden kleinere Flächen gemäß den Vorschriften des Bundesjagdgesetzes zu Jagdbezirken zusammengefasst. Und für die Jagd benötige der Jagdpächter nun einmal Futterstellen und Hochsitze. Der Grundstückseigentümer dürfe ihm daher den Hochsitz nicht verbieten.