Jagdgewehr beschädigt

Haftpflichtversicherter anerkennt mit Reparaturauftrag den Anspruch des Geschädigten an

onlineurteile.de - Zwei Jagdfreunde gingen auf die Pirsch. C. kletterte auf einen Hochsitz und stellte sein Gewehr an dessen Eingang ab. A. stieg hinterher, geriet auf der Leiter aber ins Straucheln, suchte Halt und erwischte aus Versehen das Jagdgewehr seines Freundes. Das Gewehr, ein teurer Bockdrillling, fiel zu Boden und wurde schwer beschädigt.

Der Arzt A. war sehr darum bemüht, den Schaden wieder gutzumachen: Er meldete ihn seiner Jagdhaftpflichtversicherung, die der Ansicht war, C. habe keinen Anspruch auf Schadenersatz. Dennoch ließ A. beim Fachmann einen Kostenvoranschlag für die Reparatur erstellen und gab schließlich die Reparatur in Auftrag. Sie kostete 7.598 Euro. A. zahlte und verklagte anschließend die Haftpflichtversicherung auf Ersatz. Doch vor Gericht wurde ihm seine Eigeninitiative zum Verhängnis.

Die Versicherung müsse den Schaden nicht regulieren, urteilte das Oberlandesgericht Hamm, weil A. seine Pflichten als Versicherungsnehmer verletzt habe (20 U 231/04). Versicherungsnehmer dürften ohne Zustimmung des Versicherers Ansprüche dritter Personen auf Leistungen aus der Haftpflichtversicherung weder anerkennen noch erfüllen. Diese Vorschrift solle verhindern, dass sich Versicherungsnehmer mit anderen Personen auf Kosten des Versicherers arrangierten.

A. habe eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Versicherer das Jagdgewehr reparieren lassen. Mit dem Auftrag habe er sich gegenüber der Reparaturfirma verpflichtet, die Kosten zu übernehmen, und den Anspruch von C. auf Schadenersatz anerkannt. Dabei habe ihn der Versicherer sofort nach der Schadensmeldung darauf hingewiesen, dass er keine Erklärungen zur Schuldfrage abgeben und nichts zahlen dürfe.