Jauch verteidigt seine Privatsphäre

Presseberichte über eine Prominenten-Hochzeit, die sich in voyeuristischen Aspekten erschöpfen, sind unzulässig

onlineurteile.de - Die Hochzeit mit seiner langjährigen Lebensgefährtin wollte Fernsehmoderator Jauch im Sommer 2006 möglichst ungestört feiern. Einladungen wurden nur an geladene Gäste verschickt, die "geschlossene Veranstaltung" nicht offiziell bekannt gemacht. Zu dem Thema gab das Paar auch keine Interviews. Dennoch fanden sich in einem Pressebericht Details der geplanten Hochzeitsfeier: "Ein beliebter Ort, um den Bund fürs Leben zu schließen: Die Sacrower Heilandskirche. ... Das Paar bringt einen katholischen Pfarrer und einen Bläserchor mit. (Vorher) ... wollen sich G und T im Schloss Belvedere auf dem Potsdamer Pfingstberg standesamtlich trauen lassen. ... Das Essen wird vermutlich ... XY liefern" ... usw.usf.

Die Hochzeiter setzten beim Landgericht Berlin durch, dass dem Zeitschriftenverlag unter Androhung einer Geldbuße verboten wurde, Einzelheiten über die Hochzeit zu veröffentlichen (27 O 574/06). Wer gewollt oder ungewollt zur Person des öffentlichen Lebens geworden sei, so das Landgericht, verliere damit nicht sein Anrecht auf Privatsphäre. Jedenfalls in dieser Sache hätten die persönlichen Belange des Moderators Vorrang vor dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit.

Zwar sei durchaus ein legitimes Interesse der Allgemeinheit anzuerkennen, etwas über das Privatleben prominenter Persönlichkeiten zu erfahren. Doch welchen Aufschluss über die Person Jauch gewinne wohl der Leser, wenn er erfahre, was für ein Priester das Paar traue, welches Orchester dort spiele und wer für das Essen sorge? Da sich die Berichterstattung in voyeuristischen Aspekten erschöpfe, sei sie als Störung der Privatsphäre zu bewerten.