Juwelier buchte Fotomodelle

Die Gage für den Katalog blieb der Geschäftsmann "wegen Mängeln" der zwei Damen schuldig

onlineurteile.de - Ein Juwelier wollte seine Ware in einem Schmuckkatalog vorteilhaft präsentieren. Für Fotoaufnahmen buchte er zwei Fotomodelle bei einer Modellagentur. Ob er mit dem Auftreten der beiden Damen wirklich unzufrieden war oder nur die restliche Gage von 11.000 Euro sparen wollte ... wer weiß. Jedenfalls blieb der Juwelier der Modellagentur diesen Betrag schuldig und beendete das Engagement mit einer Reklamation.

Eines der Mädchen hatte "unreine Haut", beschwerte er sich. Die Make-Up-Spezialistin habe sie nur mit "großem Zeit- und Arbeitsaufwand" so zurechtmachen können, dass man sie überhaupt fotografieren konnte. Trotz intensiver Versuche sei deshalb nur ein einziges verwertbares Foto gelungen. Das andere Mädchen sei so unprofessionell aufgetreten, dass der Fotograf sich geweigert habe, die Aufnahmen fortzusetzen. Außerdem habe es "zu feine Haare" gehabt.

Die Modellagentur klagte den Restbetrag ein und bekam vom Landgericht München I Recht (7 O 686/05). Vier kleine rote Knubbelchen im Gesicht eines Fotomodells - eine kurzfristig aufgetretene Hautirritation - seien sicher keine optimale Voraussetzung für Nahaufnahmen, stellte das Gericht fest. Allerdings habe die Agentur unmittelbar vor dem Foto-Shooting dem Auftraggeber Fotos ihrer Modelle gezeigt. Und der Juwelier habe das Mädchen trotz der Knubbelchen ausgewählt.

Ansonsten habe er keine einzige seiner Beschwerden belegen können. Bei den Aufnahmen seien durchaus verwertbare (nach dem Urteil des Gerichts sogar hervorragende) Bilder des Fotomodells entstanden. Vier davon habe der unzufriedene Kunde immerhin in seinen Katalog aufgenommen. Der Aufwand fürs Schminken habe sich nach Aussagen der Kosmetikerin im üblichen Rahmen gehalten. Dass das zweite Mädchen "unprofessionell aufgetreten" sei, habe der Fotograf nicht bestätigt. Das Modell habe sogar Haarteile dabei gehabt, die man bei Bedarf in ihre feinen Haare hätte einarbeiten können.