Käufer reklamiert Motorrad als instabil

Sachverständiger testet Pendelschwingungen bei hoher Geschwindigkeit

onlineurteile.de - Für stolze 15.580 Euro hatte der Kunde eine Honda ST 1300 gekauft, ein schweres und stark motorisiertes Reisemotorrad. Doch mit dem neuen Gefährt war er nicht zufrieden. Der Käufer beschwerte sich beim Händler, das Motorrad sei nicht spurtreu. Bei höheren Geschwindigkeiten werde es instabil und beginne zu pendeln. Das Motorrad wurde mehrfach getestet, außer dem Kunden fanden es alle Fahrer einwandfrei. Schließlich zog er vor Gericht und forderte den Kaufpreis zurück.

Das Oberlandesgericht Hamm ließ das Fahrzeug erneut testen und wies anschließend die Klage ab (28 U 145/07). Begründung: Laut den Aussagen der Sachverständigen entspreche es dem Stand der Technik und dem Qualitätsstandard eines Motorrads dieser Art. Pendelschwingungen würden beeinflusst von Umständen wie Wind und Straßenbeschaffenheit, Bauart und Reifen, Beladung, Fahrstil und Gewicht des Fahrers bzw. Beifahrers.

Das Honda-Motorrad sei trotz seines Gewichts von 326 Kilogramm sehr komfortabel und einfach zu fahren, lautete das Fazit des Sachverständigen. Und es sei auch stabil. Er habe Versuche unternommen mit verschiedenen Geschwindigkeiten, unterschiedlichen Reifen, mit hoch- und mit heruntergefahrener Windschutzscheibe, mit und ohne Gepäck. Halte man sich an die in der Bedienungsanleitung empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h - die für alle Motorräder dieser Art im beladenen Zustand gelte -, pendle die Honda nicht.

Erst bei 180 km/h und mit ganz neuen Reifen seien gleich bleibende leichte Schwingungen aufgetreten. Das könne man nicht ernsthaft als Sachmangel des Fahrzeugs bezeichnen - die Maschine sei nie wirklich unruhig gefahren. Die Problematik sei wohl verbunden mit individuellen Faktoren: mit Gewicht und Fahrverhalten des Kunden. Die Stabilität hänge auch davon ab, wie der Fahrer auf dem Motorrad sitze.