Kaffeemaschine setzt Café unter Wasser

Installateur hatte den Wasser-Absperrhahn im Nebenraum angebracht

onlineurteile.de - Ein Café bezog neue Räume. Bei der Gelegenheit ließ die Chefin ihre Kaffeemaschine von einem Fachbetrieb überholen. Dann schloss der Installateur die Maschine im neuen Café wieder an. Den Absperrhahn für die Wasserversorgung der Maschine brachte er im Nebenraum an, wo sich auch der Wasserzufluss für Spüle und Toilette befand. Das erwies sich als verhängnisvoll: Eines Nachts setzte der Zuleitungsschlauch der Kaffeemaschine das Café unter Wasser - die Wasserzufuhr war nicht abgesperrt worden. Die Versicherung der Geschäftsfrau regulierte den beträchtlichen Wasserschaden und versuchte dann, das Geld beim Installateur einzutreiben.

Der Handwerker hätte die Auftraggeberin besser instruieren müssen, urteilte das Oberlandesgericht Koblenz (5 U 978/02). Wenn er den Absperrhahn in einem anderen Raum installiere, müsse er die Kundin auf die Konsequenzen hinweisen. Für den Laien sei es nicht selbstverständlich, dass die Absperrvorrichtung im Nebenraum am Ende jeden Arbeitstags geschlossen werden müsse, um Überschwemmungen zu vermeiden. Grundsätzlich dürfe der Kunde darauf vertrauen, dass ein Fachbetrieb die Anlage gut installiere und gegen Risiken absichere.

Zwar stehe in der Gebrauchsanweisung, dass die Wasserzufuhr täglich nach Geschäftsschluss zu unterbrechen sei. Eine Gebrauchsanweisung für die Kaffeemaschine habe die Inhaberin des Cafés aber nicht besessen, so behaupte sie wenigstens. Und der Installateur habe eingeräumt, er habe nicht gewusst, ob die Geschäftsfrau eine Anleitung besitze. Um so wichtiger wäre es gewesen, ihr den Umgang mit der Wasserzufuhr zu erläutern.