Kammerjäger im Einsatz

Vermieter oder Mieter: Wer muss den Kampf gegen Bettwanzen bezahlen?

onlineurteile.de - Der Mieter meldete sich beim Vermieter und zeigte an, in der Mietwohnung tummelten sich Bettwanzen. Umgehend beauftragte der Hauseigentümer einen Kammerjäger, um den Tieren den Garaus zu machen. Nach dem erfolgreichen Einsatz forderte der Vermieter vom Mieter den Betrag ersetzt, den er dem Kammerjäger gezahlt hatte.

Die Räume von Ungeziefer zu befreien, gehöre doch wohl zu den Instandhaltungspflichten des Vermieters, meinte der Mieter. Also müsse er auch die Rechnung des Kammerjägers begleichen. Daraufhin klagte der Hauseigentümer den Betrag ein und setzte sich beim Amtsgericht Neukölln durch (16 C 395/16).

Bettwanzen seien Parasiten, die sich von Blut ernährten, stellte das Amtsgericht sachkundig fest. Nach dem Blutsaugen verließen sie den "Wirt" und machten es sich in Betten, Sofas, Teppichen oder gebrauchten Kleidern gemütlich. In der Regel schleppten die Bewohner die Wanzen selbst am Körper in die Wohnung ein — mit den Kleidern.

Zwar könnten auch leere Wohnräume bereits befallen sein. Dass die Parasiten im konkreten Fall schon vor dem Einzug des Bewohners da gewesen seien, sei aber nicht anzunehmen. Schließlich bestehe das Mietverhältnis seit vielen Jahren. Da das Ungeziefer erst jetzt aufgetreten sei, könne man davon ausgehen, dass der Mieter den Befall zu verantworten habe — wenn auch nur leicht fahrlässig und vermutlich unfreiwillig.