Kampfhundmischling unerwünscht

Eigentümergemeinschaft darf die Haltung bestimmter Hunderassen verbieten

onlineurteile.de - Eine Wohnungseigentümerin legte sich einen vielrassigen Terrier zu. Zwar war es laut Hausordnung verboten, in der Anlage Kampfhunde zu halten. Doch die Tierhalterin stellte sich auf den Standpunkt, das betreffe ihren Hund nicht. Als die Eigentümerversammlung mit Mehrheit auch das Halten von Kampfhundmischlingen verbot, wehrte sich die Frau gegen den Beschluss: Er sei viel zu unbestimmt, der Begriff eines Kampfhundmischlings werde weder in der Berliner Hundeverordnung noch in der Wissenschaft verwendet. Sie beantragte bei Gericht, den Beschluss für ungültig zu erklären.

Beim Kammergericht in Berlin blitzte sie mit ihrem Antrag ab (24 W 38/03). Der Beschluss der Eigentümerversammlung entspreche den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung und sei wirksam. Die Haltung von Kampfhunden und Kreuzungen einzelner Rassen zu verbieten, falle in die Kompetenz der Eigentümergemeinschaft, erklärten die Richter. Diese Regelung solle verhindern, dass aggressive Tiere Wohnungseigentümer belästigten.

Die Begriffe Kampfhund und Kampfhundmischling seien auch nicht "zu unbestimmt". Wissenschaftliche Definitionen müsse man dafür nicht bemühen. Nach allgemeinem Verständnis seien Kampfhunde Hunderassen mit hoher Kampf- und Beißkraft, die auf Angriffslust gezüchtet oder trainiert würden. Unter Kampfhundmischlingen verstehe man Kreuzungen der verschiedenen Kampfhundrassen untereinander oder die Kreuzung eines Kampfhundes mit einem anderen Hund. In der Liste der Kampfhunde (Berliner Hundeverordnung) stünden drei Arten von Terriern.