Karoline und Ernst August beim Spazierengehen fotografiert

In aller Öffentlichkeit geschossene Fotos verletzen nicht die Privatsphäre

onlineurteile.de - Prinzessin Karoline von Monaco und die Presse - a never-ending story ... Eine der einschlägigen Boulevardzeitungen, die unaufhörlich mit ihr die Auflage steigern ("7 Tage"), berichtete über einen Aufenthalt in Kenia. Dort besitzen Karoline und ihr Ehemann auf der Insel Lamu eine Villa, die sie vermieten wollten. Der Artikel war mit Fotos illustriert; eines zeigte den Prinzen von Hannover zusammen mit Karoline bei einem Spaziergang. Es war auf einer öffentlichen Straße unter vielen Leuten aufgenommen worden.

Beim Oberlandesgericht Hamburg blitzten Karoline und Ernst August von Hannover mit ihren Unterlassungsklagen gegen den Verlag ab (7 U 81/05, 7 U 82/05). Personen des öffentlichen Lebens und ihre Begleiter müssten es grundsätzlich hinnehmen, dass sie in der Öffentlichkeit fotografiert und die Fotos publiziert werden. Dass die Boulevardpresse mit dieser Art Berichterstattung ihre Leser unterhalte, sei vielleicht unerfreulich, aber nicht verboten. Die Schwester des Fürsten von Monaco stehe nun einmal im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Sie selbst und ihre Angehörigen könnten daher nicht erwarten, von den Medien unbeobachtet zu bleiben.

Selbstverständlich dürfe sich die Presse nicht schrankenlos austoben, die Privatsphäre Prominenter werde geschützt. Jeder brauche eine Möglichkeit des Rückzugs - aber nicht auf der breiten Flaniermeile einer Stadt, dem Treffpunkt vieler Menschen. Dies sei kein privates Refugium, sondern ein Platz, der von einer breiten Öffentlichkeit frequentiert werde. An solchen Orten gebe es keine zu schützende Privatsphäre, Fotoberichterstattung von hier sei zulässig.