Kaufhaus verkauft Fußballtrikots

Das ist keine unerlaubte Werbung für den Trikotsponsor und damit für Glücksspiel

onlineurteile.de - Die Sportartikelabteilung eines Bremer Kaufhauses führt unter anderem Fußballtrikots der Vereine AC Mailand und Real Madrid. Die Trikots tragen den Schriftzug eines europaweit tätigen Sportwettenveranstalters, der Hauptsponsor beider Vereine ist. In Italien und Spanien sind Sportwetten erlaubt, in Deutschland verboten - außer sie werden von staatlichen Stellen organisiert. Das ist der Hintergrund für den Bremer Rechtsstreit.

Das Stadtamt Bremen stufte den Verkauf der Trikots als Reklame für unerlaubtes Glücksspiel ein - und solche Werbung ist gemäß Glücksspielstaatsvertrag ebenfalls verboten. Der Inhaber des Kaufhauses sollte den Verkauf einstellen, ansonsten drohte ihm Zwangsgeld für jeden Verstoß. Doch die Verwaltungsgerichtsbarkeit stoppte das übereifrige Stadtamt. Der Verkauf sei zulässig, entschied das Oberverwaltungsgericht Bremen (1 B 356/09).

Werbung betreibe nur, wer gezielt den Absatz von Waren oder Dienstleistungen fördere. Das treffe aber hier nicht zu. Auf jedem Fansportartikel, also auch auf jedem Trikot fänden sich Embleme von Sponsoren. Dem Kaufhaus gehe es jedoch nicht darum, Reklame für die Sponsoren zu machen und deren Absatz zu fördern. Vielmehr wolle das Unternehmen dem Wunsch nach Fansportartikeln - unterschiedlicher Vereine - nachkommen, um selbst damit Verkaufserlöse zu erzielen.