Kein Ersatz für zerstörte oder verschwundene Eintrittskarten

AGB-Klausel eines Vermittlers für Veranstaltungstickets ist wirksam

onlineurteile.de - Ein Verbraucherschutzverband beanstandete eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einer GmbH, die im Internet Tickets für Konzerte und Sportveranstaltungen verkauft: "Dem Kunden abhanden gekommene oder zerstörte Tickets werden nicht ersetzt oder zurückerstattet". Diese Klausel benachteilige Kunden über Gebühr und dürfe nicht mehr verwendet werden, meinte der Verband.

Doch das Oberlandesgericht (OLG) München erklärte die AGB-Klausel für wirksam (29 U 635/11). Den Interessen der Kunden stünden hier zumindest gleichwertige Interessen des Kartenvermittlers entgegen, so das OLG. Daher sei eine unangemessene Benachteiligung der Kunden zu verneinen.

Werde ein Ticket verloren und vom Finder an einen gutgläubigen Dritten weiterverkauft, sei der aktuelle Inhaber der Eintrittskarte zumindest formell zur Teilnahme an der Veranstaltung berechtigt. Würde für verlorene oder anderweitig abhanden gekommene Karten Ersatz ausgestellt, bestünde das Risiko, dass Veranstaltungen "überbucht", d.h. Plätze doppelt belegt würden.

Aus dem gleichen Grund komme auch keine Kostenerstattung in Betracht. Wie sollte auch der Aussteller oder ein Kartenvermittler überprüfen, ob Tickets wirklich verloren wurden? Auch der Einwand des Verbands, der Begriff "zerstört" sei "mehrdeutig", gehe fehl.

Unter redlichen Vertragspartnern sei klar, dass damit nicht jedes in irgendeiner Weise beschädigte Ticket gemeint sein könne, sondern nur Tickets, die unleserlich seien. Wenn nicht mehr zu erkennen sei, zu welcher Veranstaltung sie dem Inhaber Eintritt verschaffen sollten, taugten sie nicht mehr als Eintrittskarte - ebenso wenig als Basis für eine Forderung nach Ersatz.