Kein Jagdschein für Suffköppe!

Der Umgang mit Waffen setzt Zuverlässigkeit und persönliche Eignung voraus

onlineurteile.de - Die Jagdbehörde hatte Herrn Z den beantragten Jagdschein verweigert. Begründung: Wegen Trunkenheit im Straßenverkehr sei er 2007 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Alkoholisiert habe Z damals einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem er sich schwer am Kopf verletzte. Seither leide er zudem an epileptischen Anfällen. Daher gebe es erhebliche Zweifel an seiner Eignung für die Jagd, die er nur durch ein psychiatrisches Gutachten ausräumen könne.

So ein Gutachten hielt der Mann für überflüssig, weil er mittlerweile seinen Führerschein wieder erhalten hatte: Ein fachärztliches Gutachten habe seine Fahreignung bestätigt, das reiche doch wohl aus, meinte er. Diese Tatsache beeindruckte das Verwaltungsgericht Oldenburg jedoch nicht: Wer einen Wagen lenken dürfe, sei deshalb nicht automatisch qualifiziert für die Jagd (11 A 4807/12).

Von Waffen gehe noch größere Gefahr aus als von Fahrzeugen. Daher seien hier strengere Maßstäbe anzulegen. Die Ausübung der Jagd und der damit verbundene Umgang mit Waffen setzten Zuverlässigkeit und persönliche Eignung voraus. Daran fehle es Z.

Zwei Mal sei er 2010 wegen epileptischer Anfälle ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Amtsarzt habe deshalb sogar das Gutachten angezweifelt, das die Fahreignung bestätigte. Denn Z nehme — entgegen ärztlichem Rat — keine Medikamente, also sei das Risiko weiterer Anfälle keineswegs auszuschließen.

Und er neige zu emotionalen Ausbrüchen, wenn er seine Ziele nicht durchsetzen könne — charakteristisch für ein "hirnorganisches Psychosyndrom". Diese Punkte genügten bereits, um seine Eignung zum Umgang mit Waffen und für die Jagd in Frage zu stellen. Darüber hinaus seien aber auch die Anzeichen für eine Alkoholkrankheit nicht zu übersehen.

Nicht "nur", weil Z im Sommer 2007 stark betrunken einen Verkehrsunfall verschuldet habe. Anfang 2011 habe ein Klinikarzt vermerkt, Z fahre regelmäßig mit dem Auto, auch wenn er Alkohol konsumiert habe. Ende 2011 habe Z bei der Aufnahme in ein Krankenhaus angegeben, am Abend vorher drei Flaschen Wein getrunken zu haben.

Angesichts so starker Indizien für mangelnde Eignung könne Z nur einen Jagdschein erhalten, wenn er mit einem psychiatrischen Fachgutachten belege, dass erstens keine epileptische Anfälle drohten und zweitens keine Alkoholabhängigkeit bestehe.