Kein Recht auf Umtausch!

Kundin kann "unpassenden" Slip und Corsage nicht zurückgeben

onlineurteile.de - Eine Münchnerin hatte in einem Spezialgeschäft für Miederwaren einen Bikini, einen Slip und eine Corsage erworben, für insgesamt 347 Euro. Zwei Tage später kreuzte ihr Ehemann im Laden auf: Er wollte Slip und Corsage zurückgeben und den Kaufpreis erstattet bekommen. Darauf ließ sich die Ladeninhaberin nicht ein: Unterwäsche sei generell vom Umtausch ausgeschlossen.

Bald darauf rief die Kundin an und behauptete, das Recht auf Rückgabe habe man ihr doch ausdrücklich zugesagt. Slip und Corsage sollten Teil eines Brautkleides sein und müssten farblich damit abgestimmt werden. Doch die Geschäftsfrau bestritt, "so etwas im Laden mit der Käuferin ausgemacht" zu haben. Sie ließ es auf einen Rechtsstreit ankommen.

Den verlor die Kundin beim Amtsgericht München (155 C 18514/11). Käufer hätten grundsätzlich nicht das Recht, so der Richter, Waren bei Nichtgefallen gegen andere umzutauschen oder gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückzugeben. Das sei nur möglich, wenn es vorher zwischen Käufer und Verkäufer ausdrücklich vereinbart wurde.

Dass im konkreten Fall eine derartige Absprache getroffen wurde, habe die Kundin aber nicht beweisen können. Im Übrigen gebe es gute Gründe dafür (Hygiene!), Unterwäsche generell vom Umtausch oder von der Rückgabe gegen Bargeld auszuschließen. Habe der Käufer Unterwäsche einmal anprobiert, könne sie der Verkäufer anderen Kunden nicht mehr anbieten.