Kein Schadenersatz für Filmfonds-Anleger

Verlustreiche Geldanlage - doch die Wirtschaftsprüfer hatten korrekt gearbeitet

onlineurteile.de - Welch eine Pleite! Als 2002 die Filmproduktionsgesellschaft Vif 3 Insolvenz anmeldete, guckten viele Geldanleger in die Röhre. Denn die Produktionsgesellschaft hatte sich vorwiegend aus einem Filmfonds finanziert. Ein Mann, der in den Fonds 50.000 DM investiert und in den Sand gesetzt hatte, wollte sich das Geld von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zurückholen.

Diese war dafür zuständig gewesen, den Verkaufsprospekt des Filmfonds und die Verwendung der Geldanlagen zu prüfen. Da hätten die Wirtschaftsprüfer ja wohl ziemlich schlampig gearbeitet, warf ihnen der Anleger vor: Der Prospekt sei unrichtig und irreführend. Da sei von einem Verlustrisiko von höchstens 21,6 Prozent die Rede, größere Verluste hätte eine Erlösausfallversicherung abfedern sollen. Auch die Mittelkontrolle sei zu spät erfolgt.

Das Landgericht München I mochte sich diesen Vorwürfen nicht anschließen (32 O 12973/05). Der Anleger habe noch nicht einmal den Verkaufsprospekt richtig gelesen. In dem durchaus seriösen Prospekt stehe unmissverständlich, dass es sich um eine schwer kalkulierbare und risikoreiche Branche handle. Der Fond sei nur für wohlhabende Anleger als zusätzliche Geldanlage - gemischt mit weniger riskanten Anlagen - empfohlen worden. Schon auf der ersten Seite des Prospekts werde auf das Risiko eines Totalverlusts hingewiesen.

Jeder vernünftige Leser verstehe bei der Lektüre, dass Erlösausfallversicherungen für einzelne Filme erst noch abgeschlossen werden sollten. Außerdem werde im Prospekt nur eine nachträgliche Kontrolle der Mittelverwendung versprochen, keineswegs eine Kontrolle vor der Freigabe der Anlagesummen. Für einen Anspruch auf Schadenersatz gegen die Wirtschaftsprüfer gebe es daher keinerlei Grundlage.