Keine Schichtarbeit: Zuschläge nicht mehr steuerfrei

Stewardess im Mutterschutz fühlt sich als Frau diskriminiert

onlineurteile.de - Als die Stewardess schwanger wurde, versetzte man sie zum Bodenpersonal. Schließlich war die anstrengende Schichtarbeit nach dem Mutterschutzgesetz verboten. Ihre Schichtzulage erhielt sie trotzdem weiter. Allerdings sollte diese nun nicht mehr steuerfrei sein, wie sie alsbald vom Finanzamt erfuhr.

Von der Steuer befreit seien nur Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit. Die Stewardess wehrte sich gegen die Forderung des Finanzamts: Da werde sie als Frau benachteiligt. Der Bundesfinanzhof vermochte dagegen in der Steuer keine Diskriminierung zu erkennen (VI B 69/08).

Dass Schichtzulagen nicht besteuert werden, sei eine Ausnahme. Das solle besondere Belastungen ausgleichen, also Arbeit zu besonders ungünstigen Zeiten und/oder unregelmäßige Arbeitszeiten. Deshalb werde die Steuerfreiheit nur gewährt, wenn solche Arbeit auch tatsächlich geleistet werde.

Mit dem Geschlecht habe das nichts zu tun: Von steuerfreien Zuschlägen profitierten nur Arbeitnehmer, die besondere Erschwernisse bei der Arbeit bewältigen könnten oder dürften. Wer dazu nicht in der Lage sei, profitiere auch nicht von der Steuerfreiheit. Davon seien keineswegs nur "frauenspezifische" Tätigkeiten betroffen.