Kind setzt mit Teelichtern die Wohnung in Brand

Eltern des Siebenjährigen haften wegen Verletzung der Aufsichtspflicht

onlineurteile.de - Vielleicht wollte der siebenjährige Junge am Tag vor Weihnachten noch einmal "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ..." spielen? Jedenfalls nahm er Teelichter aus einem Sideboard und zündete sie mit Streichhölzern an, die offen auf dem Esstisch herumlagen. Das zündelnde Kind verursachte einen Wohnungsbrand. Für den Schaden von rund 12.000 Euro kam der Feuerversicherer des Vermieters auf, anschließend forderte er von der Familie das Geld zurück (juristisch: er "nahm Regress"). Zu Recht, entschied das Landgericht Bielefeld (21 S 166/06). Denn den Eltern - allerdings nicht dem Kind! - könne man grob fahrlässiges Verhalten vorwerfen.

Selbst wenn der Junge bislang noch nie gezündelt habe, Feuerzeuge unbeachtet ließ und von den Eltern vor Feuer gewarnt wurde: Eltern von Kindern im Grundschulalter dürften keine Streichhölzer oder Feuerzeuge offen herumliegen lassen. Da sei die Versuchung einfach zu groß. Irgendwann reize es Kinder, ein Feuer zu entzünden. Auch die Teelichter seien für den Jungen mühelos erreichbar gewesen - in einer unverschlossenen Schublade, die maximal einen Meter hoch liege. Das Kind brauchte nur zuzugreifen. Kerzen, Feuerzeuge, Streichhölzer etc. müssten versteckt und/oder für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Eltern dürften nicht darauf vertrauen, dass sie sich "dafür nicht interessieren".