Kind stürzt aus der Schiffschaukel

Inhaber wird wegen mangelhafter Kontrolle belangt

onlineurteile.de - Die (fast vier Jahre alte) Kleine wollte sich allein in einer Kinderschiffschaukel vergnügen. Leider war der Spaß nur von kurzer Dauer, weil das Mädchen die Aufforderung des Personals, sitzen zu bleiben, ignorierte. Es stand auf, verlor sofort das Gleichgewicht und fiel aus der Schaukel. Dem Inhaber der Schiffschaukel warfen die Eltern des verletzten Kindes vor, seine Verkehrssicherungspflicht verletzt zu haben.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe wies jedoch ihre Schadenersatzklage ab (7 U 73/04). Ein vierjähriges Kind wisse bereits - meist aus eigener Erfahrung -, dass man in einer Schaukel leicht das Gleichgewicht verliere. Deshalb sei es überflüssig, ein Warnschild mit Anweisungen in Bildern anzubringen; schriftliche Verhaltensregeln seien für leseunkundige kleine Kinder sowieso sinnlos.

Der Inhaber habe das unbeaufsichtigte Kind auch nicht wegschicken müssen. Betreiber spezieller Kinderfahrgeschäfte dürften sich darauf verlassen, dass Kinder ohne Begleitung die Erlaubnis ihrer Eltern hätten, zu schaukeln oder Karussell zu fahren. Sie könnten außerdem darauf vertrauen, dass die kleinen Gäste dafür reif genug und mit den Bewegungen und Gefahren beim Schaukeln vertraut seien. Die Forderung der Eltern, die kleinen Fahrgäste ununterbrochen zu beobachten, gehe zu weit. In einem kindgerecht ausgestalteten Fahrgeschäft sei das übertrieben und hätte außerdem den Unfall nicht verhindert.