Kinder kämpfen um Unterhalt

Lehrer setzt leichtfertig seinen Arbeitsplatz aufs Spiel

onlineurteile.de - Der Vater hatte die Familie verlassen. Die drei kleinen Kinder blieben bei der Mutter. Nach der Scheidung heiratete der Mann wieder und bekam ein viertes Kind. Seine Stelle als Lehrer in einem Berufsbildungszentrum ging im April 2003 verloren. Denn er war nach Ablauf einer Krankmeldung unentschuldigt seinem Arbeitsplatz ferngeblieben und hatte seine Arbeit trotz Abmahnungen nicht wieder aufgenommen. Eine fristlose Kündigung war die Folge. Danach stellte der Mann die Unterhaltszahlungen ein. Die Kinder aus erster Ehe sahen sich gezwungen, den Vater zu verklagen.

Er müsse weiterhin so viel Unterhalt zahlen wie vorher, entschied das Oberlandesgericht Bamberg, so als hätte er seinen Lehrer-Job nicht verloren (2 UF 12/05). Als unterhaltspflichtiger Vater minderjähriger Kinder müsse er alles tun, um seinen gut bezahlten Arbeitsplatz und damit den Kindesunterhalt zu sichern, hielten ihm die Richter vor. Stattdessen habe er den Arbeitsplatz leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Seine Behauptung, er sei entschuldigt gewesen, sei unglaubwürdig: Denn dann hätte er seinen Prozess vor dem Arbeitsgericht gegen das Berufsbildungszentrum gewonnen und wäre dort noch beschäftigt.

Die Richter empfahlen, nun endlich ernsthaft eine neue Stelle zu suchen. Von Bewerbungen und Absagen möglicher Arbeitgeber hatte der Lehrer zwar berichtet, aber diese nicht belegen können.