Kindergeld zu Unrecht gestrichen

Beiträge zur Krankenversicherung sind vom Einkommen des Kindes abzuziehen

onlineurteile.de - Die studierende Tochter war über die private Kranken- und Pflegeversicherung ihrer Mutter mitversichert. Der Umfang des Versicherungsschutzes entsprach dem einer gesetzlichen Krankenversicherung. Als die Familienkasse nachrechnete, ob den Eltern für ihre volljährige Tochter noch Kindergeld zustand, kam sie zu einem negativen Ergebnis.

Denn der zuständige Sachbearbeiter berücksichtigte bei den Einkünften der Studentin die Ausgaben für die Versicherungsbeiträge nicht. Deshalb überstieg ihr Einkommen knapp die obere Grenze von 7.680 Euro. Die Eltern wehrten sich gegen den ablehnenden Bescheid von der Familienkasse und hatten beim Finanzgericht Münster Erfolg (3 K 840/08 Kg).

Das Gericht sprach ihnen das Kindergeld zu. Wenn das Kind freiwillig gesetzlich krankenversichert sei oder unvermeidbare Beiträge für eine private Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen habe, seien diese Beträge von den Einkünften des Kindes abzuziehen. Das gelte nicht nur dann, wenn das Kind selbst Versicherungsnehmer sei, sondern auch dann, wenn es im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert sei. Die Unterhaltssituation sei für die Eltern in beiden Fällen gleich. (Die Revision zum Bundesfinanzhof wurde zugelassen.)