Kirchenmusiker wegen zweiter Ehe hinausgeworfen

Die Kirche darf so manches, was andere Arbeitgeber nicht dürfen ...

onlineurteile.de - Ein Kirchenmusiker wechselte die Kirchengemeinde. Am 1. August 2001 trat er eine neue Stelle in einem anderen Bistum an. Doch dann wurde ihm sein Privatleben zum Verhängnis: Seine erste Ehe war geschieden worden, seit 1997 war er zum zweiten Mal verheiratet. Als die katholische Kirchengemeinde davon erfuhr, kündigte sie nach nur fünf Monaten das Arbeitsverhältnis. Erfolglos klagte der Mann gegen die - seiner Meinung nach "treuwidrige" - Kündigung.

Das Bundesarbeitsgericht segnete die Entlassung ab (2 AZR 447/03). Bei seiner Einstellung sei der Mann zwar nicht nach seiner Ehe gefragt worden. Das sei bedauerlich, mache die Kündigung aber nicht unwirksam. Eine zweite Ehe widerspreche nun einmal den Grundsätzen der katholischen Sittenlehre. Anders als "normale" Arbeitgeber habe die Kirche das Recht, von ihren Angestellten die strikte Einhaltung ihrer moralischen Grundsätze zu fordern.