Kiste mit teuren Geräten verschwindet ...

Haftung der Fluggesellschaft bei Gepäckverlust?

onlineurteile.de - Der Geschäftsführer einer Firma flog mit verschiedenen technischen Geräten zu Verkaufsverhandlungen nach Israel. Vor dem Rückflug übergab er einer Fluggesellschaft in Tel Aviv drei Kisten als gewöhnliches Reisegepäck, ohne Hinweis auf deren Inhalt. Nach der Ankunft in Frankfurt war eine Kiste nicht mehr aufzufinden. Obwohl die Fluggesellschaft sofort eine weltweite Suche nach dem Gepäckstück (das so genannte "Tracingverfahren") einleitete, blieb die Kiste verschwunden.

Die Fluggesellschaft zahlte als Entschädigung für den Verlust des Gepäckstücks 1.873 DM. Der Transportversicherer der Firma, der den Schaden reguliert hatte, forderte von der Airline einen Restbetrag von 56.078 DM. Doch das Oberlandesgericht Köln wies die Klage ab und verwies auf das Warschauer Abkommen (11 U 16/03). Die Fluggesellschaft müsse Verluste nur gemäß dem im genannten Abkommen eingeschränkten Umfang der Haftung ersetzen.

Von "grobem Organisationsmangel" könne auch keine Rede sein. Nach der Verlustmeldung durch den Passagier habe man auf der Stelle den Gepäckdienst am Flughafen in Tel Aviv und die zentrale Gepäckermittlungsstelle der Airline in Frankfurt unterrichtet. Deren Mitarbeiter hätten durch Eingabe in das Tracing-System eine weltweite Suchaktion in Gang gesetzt. Wenn eine Airline an diesem weltweit praktizierten Suchsystem teilnehme, sei ihr kein "Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten" vorzuwerfen.