Kollaps während der Zwischenlandung

Reiseversicherung: Ersatz der Stornokosten bei separater Buchung von Hotel und Flug

onlineurteile.de - Wer mit bestimmten Kreditkarten Reiseleistungen bezahlt, schließt damit gleichzeitig eine Reiseversicherung ab: Kreditkarten- und Versicherungsunternehmen kooperieren. So war es auch im konkreten Fall. Ein Paar buchte bei einem Reiseveranstalter einen Urlaubsaufenthalt auf den Malediven. Den stolzen Preis für die Unterkunft (4.601 Euro pro Person) zahlten er und sie getrennt, jeder mit seiner eigenen Kreditkarte (Mastercard von Lufthansa, "Miles & More"). Die Flüge (Düsseldorf — Dubai — Male und zurück) buchte der Lebensgefährte direkt bei der Fluggesellschaft und bezahlte sie mit seiner Kreditkarte.

Nach ihren Versicherungsbedingungen musste die Reiseversicherung, die mit der Lufthansa als Kreditkartenausgeberin zusammenarbeitete, die Stornokosten übernehmen, wenn ein Kunde eine Reise nicht antreten konnte. Bei Abbruch der Reise musste der Versicherer nur "zusätzliche Rückreisekosten" ersetzen. Einen Selbstbehalt von zehn Prozent hatte der Versicherte selbst zu tragen.

Zum Pech der Urlauber wurden diese Bedingungen wichtig: Denn nach der Zwischenlandung in Dubai lösten Herzrhythmusstörungen bei der Frau einen Kreislaufkollaps aus. Es ging ihr so schlecht, dass das Paar am nächsten Tag zurückflog und den Urlaub auf den Malediven absagte. Die Reiseversicherung erstattete die Kosten des Flugtickets, nicht aber die Stornokosten für den Hotelaufenthalt. Begründung: Hier habe es sich um einen Reiseabbruch gehandelt.

Das Landgericht Hagen sah das anders und gab dem Paar Recht, das die Stornokosten einklagte (10 O 195/11). Von Dubai aus seien die Versicherten zurückgeflogen, dennoch gehe es hier nicht um einen Reiseabbruch. Im Hinblick auf die Unterkunft sei das Paar von der Reise zurückgetreten. Die beiden Reiseleistungen, Flug und Übernachtung, seien hier nicht als einheitliche Reise einzustufen. Vielmehr sei jede Reiseleistung für sich als eine Reise im Sinne der Versicherungsbedingungen anzusehen.

Denn Flug und Unterkunft seien separat gebucht und auch separat bezahlt worden. Die Verträge wurden mit verschiedenen Anbietern geschlossen. Auch die Höhe des Preises sei von der Buchung der jeweils anderen Leistung unabhängig gewesen. Zwischen den zwei separaten Leistungen bestehe kein Zusammenhang, außer dass die Urlauber sie aufeinander abstimmten.