Konsumzwang im Sportstudio?

Fitnesscenter darf Kunden nicht verbieten, eigene Getränke mitzubringen

onlineurteile.de - Der Inhaber eines Sportstudios wollte sich durch den Verkauf von Getränken zusätzliche Einnahmen sichern. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Sportstudios stand, dass "der Verzehr von mitgebrachten Getränken" verboten sei. Wer beim Sporteln Durst bekomme, könne sich jederzeit etwas an der Studio-Theke kaufen - zu gastronomieüblichen Preisen. Ein Verbraucherverband ging gegen dieses Verbot gerichtlich vor.

Die Klausel sei unwirksam, entschied das Oberlandesgericht Brandenburg (7 U 36/03). Bekanntlich müssten Sportler viel trinken. Die Kunden prinzipiell auf den Kauf an der Theke festzulegen - mit entsprechend hohen Preisen - benachteilige diese in unangemessener Weise. Das müssten die Kunden nicht hinnehmen. Die Richter ließen auch das Argument des Studioinhabers nicht gelten, man wolle so die "Hygiene sicherstellen". Auch wer im Studio Getränke kaufe, könne etwas verschütten, meinten sie. Hier könne der Studioinhaber "durch geeignete Maßnahmen" Abhilfe schaffen.