Kopftuchverbot im Fitnessstudio

Ein sachlich begründetes Verbot diskriminiert muslimische Sportlerin nicht

onlineurteile.de - Eine Bremerin muslimischen Glaubens schloss im Frühjahr 2010 einen Vertrag mit einem Sportstudio für Frauen ab. Aus religiösen Gründen wollte die Frau auch im Fitnessstudio ein Kopftuch tragen. Darüber kam es bald zum Streit mit der Studioinhaberin. In deren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) stand nämlich klipp und klar, dass es im Studio verboten ist, Kopfbedeckungen oder Schmuck zu tragen.

Als man die Kundin bat, im Studio ihr Kopftuch abzulegen, weigerte sie sich. Schließlich kündigte die Inhaberin des Studios den Fitnessvertrag. Nun fühlte sich die Muslimin diskriminiert und verlangte Entschädigung. Die stehe ihr gemäß dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zu, fand sie, weil man sie wegen ihres Glaubens benachteilige.

Diesen Vorwurf konnte das Landgericht Bremen nicht nachvollziehen und wies die Klage ab (4 S 89/12). Wenn die Mitarbeiter des Sportstudios von der Kundin verlangten, das Kopftuch abzunehmen und die AGB des Unternehmens einzuhalten, habe dies keinen religiösen Hintergrund. Das Verbot diene vielmehr der Sicherheit der Sportlerinnen. Insbesondere bei den Sportgeräten mit Rollen bestehe nämlich die Gefahr, mit Schmuck oder Kopfbedeckungen aller Art hängen zu bleiben und sich so beim Training zu verletzen.

Mit dem Vertrag habe die Kundin auch die Nutzungsbedingungen des Studios akzeptiert, an die sie sich im eigenen Interesse halten sollte. Die Studioinhaberin beharre zu Recht darauf, schließlich müsse sie für Verletzungen unter Umständen haften. Zumindest drohten juristische Auseinandersetzungen. Lehne eine Kundin die Vertragsbedingungen ab, sei eine Kündigung des Studiovertrags gerechtfertigt.