Kosten der Strafverteidigung

Kann ein Geschäftsmann die Ausgabe von der Steuer absetzen?

onlineurteile.de - Der Geschäftsführer einer GmbH hatte mit einem stattlichen Betrag Anteile an der Firma erworben. Dabei (und bei späteren Geschäften) scheint es jedoch nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen zu sein. Jedenfalls wurde der Staatsanwalt auf den Mann aufmerksam, er musste sich einen Strafverteidiger zulegen.

Was er für den Verteidiger ausgab, wollte er bei seiner Einkommensteuererklärung als "Erwerbsaufwendungen" geltend machen. Doch das Finanzamt lehnte es ab, die Kosten steuermindernd zu berücksichtigen. Auch als "außergewöhnliche Belastung" könne man das Anwaltshonorar nicht durchgehen lassen.

Der Geschäftsführer könnte die Strafverteidigungskosten als Erwerbsaufwendungen ansetzen, wenn sich der strafrechtliche Vorwurf auf eine Tat im Rahmen der beruflichen Tätigkeit beziehen würde, erklärte der Bundesfinanzhof (VI R 42/04). Es gehöre jedoch nicht zur Berufsausübung, wenn sich der Steuerzahler mit seinem Privatvermögen in die GmbH einkaufe. Das habe er als Privatmann getan und nicht als Geschäftsführer. Auch von außergewöhnlicher Belastung durch das Anwaltshonorar könne keine Rede sein.