Krawall-Mieter bedrohen Vermieter

Das rechtfertigt eine fristlose Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung

onlineurteile.de - Ständig beschwerten sich Mitmieter über die Familie V, ihr Sündenregister war lang. Die fristlose Kündigung begründeten die Vermieter schließlich damit, dass die Wohnung verwahrlost sei. Außerdem habe ihnen Herr V mit der Faust gedroht und ihnen nachgerufen, "wenn sie sich nicht schleunigst entfernten, bekämen sie die zu spüren".

Da die Familie nicht auszog, erhoben die Vermieter Räumungsklage und legten dem Gericht die schriftliche Erklärung eines Mitmieters vor. Der Nachbar bezeugte, dass ein Sohn der Mieter regelmäßig nachts nach 1 Uhr die Wohnungstür mit lautem Knallen zuschlug, die Kinder um 23 Uhr im Garten noch Fußball spielten, mehrmals Löcher in den Zaun traten und dass auch Frau V die Vermieter mit erhobenen Fäusten bedroht hatte.

Trotzdem wies das Amtsgericht die Räumungsklage ab: Vor einer Kündigung hätten die Vermieter die Mieter abmahnen müssen. Die Berufung der Vermieter gegen diese Entscheidung hatte Erfolg. Im konkreten Fall sei keine Abmahnung notwendig gewesen, urteilte das Landgericht Frankfurt (2/17 S 90/11).

Die Kündigungsgründe seien klar und durch die Aussagen des Zeugen bestätigt worden. Permanente Störung des Hausfriedens, Bedrohung der Vermieter und Verwahrlosung der Mietsache — das rechtfertige allemal eine fristlose Kündigung. Eine Abmahnung sei entbehrlich, wenn sie offensichtlich keinen Erfolg verspreche. Und so liege der Fall hier.

Denn das Ehepaar V habe während der Gerichtsverhandlung kein Fehlverhalten eingeräumt, auf seinem Standpunkt beharrt und keinerlei Einsicht gezeigt. Das gesamte Verhalten der Mieter lasse nur den Schluss zu, dass eine Abmahnung nichts genützt hätte. Entweder sie hätten gar nicht darauf reagiert. Oder wenn doch, hätte man wohl damit rechnen müssen, dass sie danach noch aggressiver auftreten.