Krebs durch Radar

Witwe eines Bundeswehrsoldaten erhält Witwenrente

onlineurteile.de - 110 Piloten kamen bei Abstürzen von Starfightern (Abfangjäger der Bundeswehr) ums Leben. Doch auch das Bodenpersonal wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die technische Ausrüstung des Flugzeugs (der Vorwärtssichtradar NASARR) sandte nicht zu knapp Röntgenstörstrahlen aus.

Die Witwe eines Bundeswehrsoldaten klagte eine Witwenrente nach dem Soldatenversorgungsgesetz ein, weil ihr Mann an einer Berufskrankheit gelitten habe. Er war 1993 an Unterkieferkrebs verstorben.

23 Jahre lang hatte der Berufssoldat als Flugzeugmechanikermeister startende und landende Starfighter kontrolliert. Dabei hielt er sich ständig in unmittelbarer Nähe eingeschalteter Radargeräte auf. Zudem kam er in Kontakt mit Ölstandsmessern und Leuchtstofffarben auf Instrumenten, von denen ebenfalls radioaktive Strahlen ausgingen.

Das Sozialgericht Aachen befragte einen Sachverständigen nach den Strahlenbelastungen und sprach anschließend der Witwe die geforderte Rente zu (S 25 (18) VS 192/07). Nach Ansicht des Experten waren die Strahlenbelastungen erheblich. Die vom Flugzeugmechaniker ausgeführten Tätigkeiten hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Organdosis geführt, die den Krebs ausgelöst habe. (Die Bundesrepublik Deutschland hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.)