Kreditkarte inklusive Reiseversicherung

Versicherungsvertrag kommt nur zustande, wenn der gesamte Reisepreis mit der Karte bezahlt wird

onlineurteile.de - "Gold"-Kreditkarten bieten Zusatzleistungen für Karteninhaber, die sie als Zahlungsmittel einsetzen. Unter anderem eine Reiserücktrittskostenversicherung, wenn eine Reise mit der Kreditkarte bezahlt wird. In den Versicherungsbedingungen von Herrn T — Inhaber einer "Lufthansa Miles & More Credit Card Gold" — stand folgende Klausel:

"Der Versicherer ist nur leistungspflichtig, wenn das Reisebüro / der Reiseveranstalter … einen gültigen Reisevertrag mit dem Karteninhaber abschließen, als Zahlungsmittel eine gültige Lufthansa Kreditkarte akzeptieren und der Reisepreis mit einer dieser Kreditkarten im Voraus bezahlt wurde". Es genüge eine Anzahlung mit der Kreditkarte, "um den Versicherungsschutz zu aktivieren."

Herr T buchte für sich und seine Frau schon 2012 eine Reise nach Südafrika, die 2013 stattfinden sollte. Die Anzahlung auf den Reisepreis (1.509 Euro) überwies er dem Reiseveranstalter nach der Buchung. Den Restbetrag von 5.004 Euro zahlte er später mit der Lufthansa Kreditkarte Gold. Da T vor der Reise erkrankte, musste er den Afrikatrip stornieren. Nun sollte die Versicherung die Stornokosten von 3.610 Euro ersetzen.

Es existiere gar kein Versicherungsvertrag, erklärte das Unternehmen, denn Herr T habe den Reisepreis nicht vollständig mit der Kreditkarte bezahlt. Also müsse T die Stornokosten selbst tragen. Vom Amtsgericht München bekam der Mann die gleiche Auskunft (242 C 14853/13).

Der Kunde habe dem Reiseveranstalter die Anzahlung überwiesen und nicht mit der Kreditkarte gezahlt. Nur bei Einsatz der Kreditkarte werde jedoch ein Versicherungsvertrag mit-abgeschlossen. Wenn in den Vertragsbedingungen ohne Einschränkung von "Reisepreis" die Rede sei, sei damit der gesamte Preis gemeint.

Dem Nachsatz zur Anzahlung sei auch nichts anderes zu entnehmen: Demnach bestehe (wenn der Reisepreis nicht auf einmal gezahlt wird) Versicherungsschutz ab dem Zeitpunkt der Buchung — vorausgesetzt, die Anzahlung erfolge per Kreditkarte. Diese Regelung bedeute nicht, dass eine beliebige Teilzahlung des Reisepreises mit Kreditkarte genüge, um Versicherungsschutz zu erhalten.

Der hänge nach den Versicherungsbedingungen davon ab, dass die gesamte Summe mit der Kreditkarte Gold bezahlt wird. Diese Klausel sei weder überraschend, noch benachteilige sie die Kunden unangemessen. Die Kreditkarte biete Zusatzleistungen — und die könnten die Kunden eben nur in Anspruch nehmen, wenn die Karte als Zahlungsmittel verwendet werde. Das entspreche dem berechtigten wirtschaftlichen Interesse des Kreditkartenunternehmens.