Kühe tot durch Impfung?

Ist der Zusammenhang unklar, bekommt der Landwirt den Verlust nicht ersetzt

onlineurteile.de - Ein Nebenerwerbslandwirt, der um die 50 Kühe hält, verklagte den Landkreis auf 6.500 Euro Schadenersatz. Fünf Kühe waren nach einer Impfung gegen die Blauzungenkrankheit erkrankt, die eine Tierärztin der Veterinärbehörde zwischen August 2008 und April 2009 durchgeführt hatte.

Zwischen November 2008 und August 2009 seien die Tiere gestorben (bzw. mussten eingeschläfert werden), nur die Impfung könne der Grund dafür sein, meinte der Landwirt. Wenn Tiere infolge einer behördlich angeordneten Impfung verendeten, stehe dem Tierhalter laut Tierseuchengesetz Entschädigung zu.

Doch das Verwaltungsgericht München verneinte einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod der Rinder (M 18 K 11.666). Es wies die Klage des Landwirts daher ab. Einen Kausalzusammenhang nachzuweisen, sei oft schwierig, räumte das Verwaltungsgericht ein. Wenn ein Tier innerhalb von wenigen Stunden nach der Impfung verende, wäre das ein starkes Indiz dafür.

Im konkreten Fall sei es aber keiner Kuh direkt nach der Impfung schlecht gegangen. Zwischen Impfung und Tod lägen jeweils mehrere Wochen bis zu fünf Monaten. Bis auf ein Rind habe man sie auch nicht sezieren können, um der Sache auf den Grund zu gehen. Denn der Landwirt habe die Kadaver entsorgt.

Bei der sezierten Kuh hätten die Tiermediziner eine Darmentzündung festgestellt. Die Krankheiten der fünf Rinder seien ganz unterschiedlich verlaufen. So sei eine Kuh kurz nach einer schweren Geburt (wegen einer verdrehten Gebärmutter) gestorben. Auch das spreche gegen einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Impfung.

Der Hoftierarzt habe als Zeuge ebenfalls ausgesagt, dass er daran nicht glaube. Rinder reagierten auf so eine Impfung innerhalb von wenigen Stunden, höchstens zehn Tage danach. Seiner Meinung nach habe Q-Fieber die Symptome ausgelöst. Oder auch Bakterien (Chlamydien), was auf verschimmeltes Futter hindeuten könnte.