Kunde widerruft Bestellung einer Ware

Wird sie wegen eines Versehens trotzdem geliefert, ist das "wettbewerbswidrig"

onlineurteile.de - Ein Kunde hatte bei einem Versandhändler Waren bestellt und die Bestellung schon einen Tag später mit einer E-Mail widerrufen. Vorsichtshalber sandte er dem Unternehmen zehn Tage später noch eine Widerrufserklärung zu. Beide Widerrufserklärungen wurden per Mail bestätigt - allerdings automatisch. So kam die Information darüber nicht rechtzeitig bei der Versandabteilung des Handelsunternehmens an und die Waren wurden trotz des Widerrufs verschickt.

Der Kunde kooperierte vermutlich mit einem Konkurrenten: Denn der Versandhändler erhielt sofort eine Abmahnung wegen unlauteren Wettbewerbs. Unerwünschte Werbung und unbestellte Ware zu verschicken, sei wettbewerbswidrig, bestätigte das Oberlandesgericht Koblenz (9 U 20/09).

Es gehöre zu den unlauteren Geschäftspraktiken, Ware zu liefern, obwohl der Besteller zuvor fristgemäß den Kauf widerrufen habe. Das gelte auch dann, wenn es sich um einen Irrtum gehandelt habe, weil die Mails automatisch bearbeitet wurden: Ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht setze nicht notwendig Verschulden auf Seiten des Versandhändlers voraus.