"Kunden werben Kunden"

Optiker darf für die Anwerbung neuer Kunden keine Prämien bieten

onlineurteile.de - Ein Augenoptiker ließ ein Werbefaltblatt verteilen, in dem er - "Kunden werben Kunden" - dazu aufforderte, neue Kunden für Gleitsichtgläser anzuwerben. Für jeden Auftrag im Wert von mindestens 100 Euro versprach er dem Werber eine Prämie. Dabei handelte es sich um Gegenstände wie Wasserkocher, Fieberthermometer oder Reisesets im Wert von ungefähr 30 Euro. Ein Konkurrent forderte, der Optiker müsse diesen "wettbewerbswidrigen Kundenfang" unterlassen.

Sachfremde Zuwendungen würden heute vom Gesetzgeber nicht mehr so streng abgelehnt wie früher, betonte der Bundesgerichtshof (I ZR 145/03). Trotzdem sei die Werbeaktion unzulässig, weil sie sich auf Gleitsichtgläser beziehe und damit auf medizinische Produkte. Im Zusammenhang mit Medikamenten und anderen medizinischen Produkten sei das Anbieten, Ankündigen und Gewähren von Werbegaben und Prämien verboten. Gerade im Bereich der Gesundheit sollten Kunden allein nach sachlichen Gesichtspunkten über Angebote entscheiden.