Lackschaden durch die Waschstraße

Betreiber darf sein Reinigungsmittel nicht mehr verwenden

onlineurteile.de - Ihr Auto war nicht neu, aber sehr gepflegt. Nach einem Besuch in der Waschstraße sah es allerdings nicht mehr gut aus: Die Bürsten hatten Laufspuren in der Karosserie hinterlassen. Als die Autobesitzerin Entschädigung verlangte, stellte sich der Betreiber der Waschanlage stur: An seiner Anlage könne das nicht liegen, meinte er, und überhaupt sei der Karren nicht mehr der Jüngste. Für die Reparatur des Lackschadens (die ca. 250 Euro kostete) werde er keinen Cent ausgeben.

Nach dem Urteil des Amtsgerichts Lemgo muss er jedoch für den Schaden aufkommen (17 C 462/02). Der Amtsrichter stützte seine Entscheidung auf das Gutachten eines Sachverständigen: Die Laufspuren seien auf das Reinigungsmittel zurückzuführen, erklärte dieser. Es verursache Laufspuren bei allen Autos, in deren Lackierung ein bestimmtes Bindemittel fehle. Diese chemische Reaktion sei bekannt und trete überwiegend bei älteren Fahrzeugen auf.

Unter diesen Umständen müsse der Betreiber ein anderes Reinigungsmittel einsetzen oder die Fahrzeugbesitzer vor möglichen Schäden warnen, erklärte der Amtsrichter. Er könne nicht davon ausgehen, dass nur Besitzer neuer Autos seine Waschanlage benutzten bzw. die Fahrer älterer Modelle über Reinigungsmittel und ihre Wirkungen Bescheid wüssten.