"Lackschadenfreie Ausbeultechnik"

Schaden am Auto muss so günstig wie möglich behoben werden

onlineurteile.de - Autoalltag: Als eine Frau die Türe ihres Wagens öffnete, passte sie nicht auf und verpasste dem daneben geparkten BMW eine Mini-Delle. Mit dem BMW-Besitzer gab es Streit um die Reparaturkosten. Er legte den Kostenvoranschlag eines Autohauses vor und verlangte 566 Euro Schadenersatz. Die Haftpflichtversicherung der Frau wollte nur das (wesentlich billigere) Ausbeulen ohne Lackieren übernehmen.

Auch das Oberlandesgericht Karlsruhe sprach sich für diese Art der Reparatur aus und billigte dem BMW-Besitzer nur 120 Euro zu (19 U 57/03). Ein Kfz-Sachverständiger hatte das Gericht über die "lackschadenfreie Ausbeultechnik" informiert - eine moderne, seit Mitte der 90er Jahre gängige Reparaturmethode. Mit ihrer Hilfe sind kleine Schäden wie z.B. Hagel- oder Kastanienbeulen ohne Lackieren zu beheben. Die Billig-Reparatur funktioniert allerdings nur, wenn die Lackoberfläche des Autos nicht beschädigt oder altersbedingt verwittert ist.

Gebe es mehrere Möglichkeiten, einen Schaden zu beseitigen, müsse der Geschädigte die günstigste Variante wählen, erklärten die Richter dem BMW-Besitzer. Die Delle im ansonsten einwandfreien Lack des BMW - 1,5 cm² groß bzw. klein - sei mit dieser neuen Technik problemlos auszubeulen. Minimale Haarrisse könnten vielleicht entstehen, die seien aber auch bei einer herkömmlichen Reparatur nicht auszuschließen.