Lärmempfindlicher Mieter attackiert Nachbarn

Schwerwiegende Störung des Hausfriedens rechtfertigt fristlose Kündigung

onlineurteile.de - Schon zwei Familien hatte der Mann mit zahllosen Beschwerden über Lärmbelästigung aus dem Haus getrieben. Wer immer die Wohnung über der seinigen mietete, hatte nichts zu lachen: Denn der kranke Frührentner brauchte viel Schlaf und Ruhe - und brachte dieses Ruhebedürfnis ziemlich lautstark zum Ausdruck. Weckte ihn ein Geräusch, brüllte er laut herum und schlug mit Besen gegen den Balkon der oberen Wohnung. Mehrfach mahnte ihn die Vermieterin, dies zu unterlassen. Mit Familie S. eskalierte schließlich der Streit.

Der Anlass: Ehepaar S. hatte am Abend in der Küche ein paar Mal gelacht. Davon wachte der lärmempfindliche Nachbar auf. Das brachte ihn so auf die Palme, dass er gegen 22 Uhr nach oben rannte und so lange gegen die Wohnungstür trommelte und klingelte, bis S. schließlich öffnete. Er schlug mit den Fäusten auf Mieter S. ein und trat gegen die Tür, bis es dem Attackierten gelang, ihn aus der Wohnung zu schubsen. S. holte die Polizei und kündigte am nächsten Tag seinen Mietvertrag. Nun reichte es auch der Vermieterin: Sie kündigte dem Frührentner fristlos.

Zu Recht, wie das Amtsgericht Münster entschied (48 C 1739/06). Für die Vermieterin sei es unzumutbar, das Mietverhältnis mit einem Mieter fortzusetzen, der andere Mieter tätlich angreife. Alle Erfahrungen mit dem Frührentner zeigten, dass er außerstande sei, mit den Hausbewohnern auszukommen. Er stelle sein Interesse über alles und versuche rücksichtslos, sein subjektives Lärmempfinden gegen alle Nachbarn durchzusetzen. Auch wenn man seine Krankheit und sein erhöhtes Ruhebedürfnis berücksichtige, sei so ein Fehlverhalten nicht zu rechtfertigen. Wegen nachhaltiger Störung des Hausfriedens wurde die Klage des Mieters gegen die Kündigung abgewiesen.