Landwirt tötet Rehkitze beim Mähen

Jagdpächter erhält den Zuchtwert der Tiere als Schadenersatz

onlineurteile.de - Der Jagdpächter hatte das Malheur kommen sehen. Auf der Pirsch bemerkte er zwei Rehkitze, die am Waldrand auf ein Feld zutrabten. Dort war gerade ein Bauer mit dem Kreiselmäher zugange. Laut schreiend rannte der Jagdpächter hinter den Tieren her. Doch sein Versuch, den Landwirt zu warnen und die Rehkitze zu retten, blieb vergeblich: Der Bauer hörte wegen des Maschinenlärms den Warnruf nicht, übersah die Tiere und tötete sie mit dem Kreiselmäher.

1.377 Euro Schadenersatz erstritt der Jagdpächter beim Landgericht Trier (1 S 183/04). Der Jagdpachtvertrag berechtige ihn, Wild zu jagen und sich dieses anzueignen. Daher habe ihm der Bauer die zwei Rehkitze zu ersetzen. Dabei bemesse sich die Höhe der Schadenersatzsumme nicht nur am (erheblich niedrigeren) Wildbreterlös. Denn offenkundig habe der Jagdpächter die Rehkitze nicht schießen, sondern ihr Leben retten wollen. Also sei es ihm auf deren Zuchtwert angekommen. Zwei neue, lebende Tiere anzuschaffen, habe den Pächter 1.377 Euro gekostet.