Lastwagen bleibt unter einer Brücke hängen

Grober Fehler, kein "Ausrutscher" - Fahrer muss den Schaden selbst tragen

onlineurteile.de - Eines stand für den Kraftfahrer fest: Der Kastenwagen, mit dem er sonst unterwegs war, war ihm lieber als dieser riesige Lastwagen. Fast dreieinhalb Meter hoch war der Lkw, mit dem der Fahrer erst zum vierten Mal die Bäckereibedarfsartikel für seine Firma ausfuhr. Irgendwie war er wohl mit den Gedanken woanders, als er auf die Brücke zufuhr. Er übersah das Verkehrsschild, das vor der Brücke deren Höhe anzeigte (2,70 Meter!), und wachte auch nicht auf, als er das zweite Hinweisschild direkt auf der Brücke sah. Das Erwachen war dann ziemlich unsanft: Der Lastwagen blieb stecken, sein Aufbau wurde eingedrückt und aufgerissen.

Die Vollkaskoversicherung beglich zwar den Schaden, forderte das Geld aber anschließend vom Fahrer, weil er den Unfall grob fahrlässig verschuldet habe. So sah es auch das Oberlandesgericht Karlsruhe (19 U 94/04). So etwas sei nicht einfach als "Ausrutscher" abzutun, es handle sich um einen krassen Fall von Unachtsamkeit.

Der Mann sei nicht abgelenkt worden und dass er den Laster nicht gewohnt war, entschuldige ihn erst recht nicht. Eben deshalb hätte er besonders gut aufpassen müssen. Schon 100 Meter vor der Brücke stehe das erste Warnschild, an der Brücke würden die Verkehrsteilnehmer erneut auf deren Höhe hingewiesen. Obendrein sei seine Sitzposition im Führerhaus ziemlich hoch. Schon deshalb hätte ihm auffallen müssen, dass die Brücke zu niedrig für seinen Laster war. Wegen dieses groben Verstoßes gegen alle Sorgfaltspflichten müsse er für den Schaden geradestehen.