Luxus-Klientel blieb aus

Boutiquenbesitzer wollen deshalb die Ladenmiete mindern

onlineurteile.de - Geschäftsleute eröffneten in einer Ladenpassage eine Modeboutique mit Luxusartikeln. Die erhoffte Kundschaft mit großem Geldbeutel ließ aber auf sich warten. Schließlich konnten die Ladeninhaber die Miete nicht mehr aufbringen. Als sie von der Vermieterin auf Zahlung der Mietrückstände verklagt wurden, versuchten sie, das Mietobjekt madig zu machen und so eine Mietminderung zu erreichen. Nebenan befinde sich ein Geschäft, dessen Warensortiment und Warenpräsentation deutlich unter ihrem Niveau lägen, argumentierten sie. In dieser Nachbarschaft seien Luxusprodukte schlecht zu verkaufen - das stelle einen Mangel des Mietobjekts dar.

Damit überzeugten die Boutiquenbesitzer das Kammergericht in Berlin nicht (8 U 197/03). Vermutlich ließen sich Luxusprodukte in einem luxuriösen Ambiente besser an die Kundschaft bringen als in weniger vornehmer Umgebung, räumten die Richter ein. Das habe aber nichts mit der "Tauglichkeit des Mietobjekts" zu tun. Manchmal liefen Geschäfte eben nicht so wie vorgestellt, das gehöre zum "allgemeinen Unternehmerrisiko". Das müssten die Geschäftsleute und Mieter schon selbst tragen.

Die Erfolgsaussichten eines neuen Geschäftszentrums seien unwägbar; ob sich ein Konzept verwirklichen lasse oder nicht, sei nicht von vornherein absehbar. Werde ein Geschäftszentrum kein Erfolg, seien auch die Ladenräume schlechter zu vermieten. So sehe das unternehmerische Risiko des Vermieters aus. Für die Gewinne seiner Mieter müsse er jedoch nicht geradestehen. (Anders läge der Fall, wenn die Vermieterin bei Vertragsschluss den Mietern ausdrücklich garantiert hätte, die benachbarten Ladenräume nur an Geschäftsleute mit Luxussortiment zu vermieten. Das traf hier aber nicht zu.)