Macheten-Überfall am Strand

Kriminalität am Urlaubsort ist kein Reisemangel

onlineurteile.de - Ein Ehepaar verbrachte seinen Jahresurlaub in der Dominikanischen Republik. Die Pauschalreise hatte es bei einem Reiseveranstalter gebucht. Während des Urlaubs wurde das Paar am Strand von zwei Männern überfallen. Die Täter verletzten bei dem Raubüberfall den deutschen Urlauber mit einer Machete schwer.

Er musste sich einer Notoperation unterziehen und lag in der Dominikanischen Republik 35 Tage im Krankenhaus. Nach der Rückkehr wurde der Unglücksrabe weitere zwei Wochen stationär in einer Klinik behandelt. Noch heute leidet er an den Folgen der Macheten-Attacke. Entschädigung vom Reiseveranstalter steht ihm dafür allerdings nicht zu.

Landgericht und Oberlandesgericht Frankfurt wiesen die Klage des Verletzten mit dem Argument zurück, dass Kriminalität in der Urlaubsregion keinen Reisemangel darstellt (16 U 142/12). Solche Gefahren — vom Hoteldiebstahl bis hin zu Überfällen — gebe es für Reisende überall. Die habe nicht der Reiseveranstalter zu verantworten, sie zählten vielmehr zum allgemeinen Lebensrisiko.

Für die Folgen des Raubüberfalls müsste der Reiseveranstalter nur einstehen, wenn er sich an einem hoteleigenen Strand ereignet hätte, für dessen Sicherheit das Vertragshotel des Veranstalters direkt verantwortlich wäre. Das deutsche Paar sei jedoch an einem "freien" Strand des Urlaubsorts zum Opfer eines Überfalls geworden.

Das Reiseunternehmen habe es auch nicht pflichtwidrig versäumt, im Reiseprospekt auf eventuell drohende Gefahren hinzuweisen. Dazu wäre der Veranstalter nur verpflichtet, wenn sich speziell in der Nähe des Hotels und am nahen Strand wiederholt Diebstähle oder Überfälle auf Urlauber ereignet hätten. Das treffe aber nicht zu.